Großartige Opernpremiere von Mozarts Geniestreich im Tiroler Landestheater …
Am Samstag ging im Tiroler Landestheater die fulminante Neuinszenierung von Mozarts jugendlichem Geniestreich, der Oper „Idomeneo“, durch den Regisseur Henry Mason und unter der Stabführung von Gerrit Prießnitz über die Bühne. Am Ende gab es stehende Ovationen.
(…) Masons psychologisch raffinierte Regie in Verbindung mit den eleganten Kostümen von Jan Meier, der auch das Bühnenbild schuf, den exzellent eingesetzten Videos von Sven Stratmann und dem Lichtdesign von Florian Weisleitner bescherte dem Publikum eine faszinierende Folge von wunderschönen, eindrucksvollen und manchmal geradezu surrealistischen Bildern. Das seelische Geschehen wurde bisweilen durch stumme Figuren weiter ausgedeutet, etwa durch die Doppelung durch Kinder oder durch Rückgriffe in die Vergangenheit (…) eine intensive, dichte Aufführung, die keinen kalt ließ.
Vorarlberger Nachrichten, 16.2.2026 - IDOMENEO
Mozart modern und gut bebildert auf hohem musikalischen Niveau in Innsbruck
Der Brite Henry Mason, der in Österreich lebt, kann mit seinem Team ... überzeugen, unterhalten und mitreißen. (…) Mason setzt dies mit vielen Ideen und Mitteln um, ohne zu überborden. Geschickt gestaltet Jan Meier die Bühne mit wenigen aber ausdruckskräftigen Requisiten wie einem zerborstenen Klavier als Schiff des strandenden Idomeneo oder ein buntes Blumenarrangement als Ruhesitz für Ilja. Effekt- und stimmungsvoll sind Projektionen und Videos von Sven Stratmann auf die Bühnenhinterwand vom bewegten Meer oder zerbombten Städten.
Intensiv ist die Personenregie, zumal den handelnden Personen weitere stumme Begleiter gegeben werden. So erleben wir deren alter ego als Kinder mitsamt der gesamten Familie von Elettra oder Ilia. Viel Augenmerk legt der Regisseur auch auf die Einbindung des Chores, der dadurch noch stärker zur Geltung kommt. (…) Großer Zuspruch und stehende Ovationen im ausverkauften Haus.
Oper Online, 22.2.2026 - IDOMENEO
Henry Mason rückt in seiner Inszenierung – gemeinsam mit Ausstatter Jan Meier (Bühne und Kostüme) und Videogestalter Sven Stratmann – Gewalt, Kriegstrauma sowie reale Außen- und surreale Innenwelten in den Mittelpunkt. Fast alle Figuren werden dabei von ihrer eigenen kindlichen Unschuld begleitet.
… Die Fülle und der Abwechslungsreichtum der Videozuspielungen, die das Bühnenbild dominieren, sowie etliche pointiert gesetzte Bühnenelemente (haben) eine unbestreitbare Sogkraft.
onlinemerker.com - IDOMENEO
(Masons) Inszenierung des etwas im Schatten der späten Mozartopern stehenden Werks verlegte den mythologischen Stoff sowie die Mozart-Ausschmückungen ebenjenes kurzerhand in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Das Publikum reagierte mit euphorischem Applaus und Stehovationen. …
Unterstützt von der bildgewaltigen, präzisen Videoarbeit von Sven Stratmann und der Kostümkunst von Jan Meier erschuf Henry Mason für „Idomeneo“ eine beeindruckende, leicht mythisch und in Teilen traumwandlerisch anmutende Welt. ...
Es war eine halb-mythische Zwischenwelt, die zugleich verortet, aber dennoch überaus offen für Interpretationen blieb. So gelang die Quadratur des Kreises: Der mythologische Stoff, bei dem der König Idomeneo seinen Sohn Idamante opfern soll, um den Meereskönig Neptun zu besänftigen, war präsent, aber streckenweise überschrieben mit Neudeutungen und für die Oper „fremden“ Zeitbezügen. Das öffnete das Werk jedoch auf eindrucksvolle Weise und ließ die Kraft des „Urstoffes“ nur umso stärker zum Vorschein kommen.
Getragen wurde die mehr als gelungene Regiearbeit von Mason dabei von einem auf hohem Niveau, kräftig und zupackend und doch glasklar musizierendem Tiroler Symphonieorchester Innsbruck und einer durchwegs starken Sängerinnen- und Sänger-Riege, allen voran von Dovlet Nurgeldiyev als Idomeneo, Camilla Lehmeier in der Hosenrolle als Idamante, Anastasia Lerman als Ilia und Publikumsliebling Susanne Langbein als Elettra. Eindrucksvoll auch „Neptun“ Oliver Sailer, der größtenteils wortlos mit schierer Präsenz glänzte.
Für ebenjene sowie für den Regisseur Mason und den musikalischen Leiter des Abends Prießnitz gab es heftige, lang anhaltende Beifallsbekundungen im fast ausverkauften Großen Haus. Diese mündeten schließlich in fast kollektiven Stehovationen.
tirol.orf.at, 15.2.2026 - IDOMENEO
Im Stehen gefeierte Theater-Premiere der geistreichen Komödie "Don Quichote" von Henry Mason in der Regie von Andreas Baumgartner
Was macht einen vor mehr als 400 Jahren erschienenen Roman zu einem Werk, das uns im durchdigitalisierten 21. Jahrhundert etwas zu sagen hat? Noch dazu mit einem wunderlichen, aus der Zeit gefallenen Traumtänzer im Zentrum?
Alles an diesem 1605 von Miguel de Cervantes veröffentlichten Stoff hält ewig: Don Quijote ist kein Wirr-, sondern ein lodernder Feuerkopf, der sich für den Kampf um Gerechtigkeit zerreißt. Dergestalt famos in Geste und glutäugiger Ambition spielt David Fuchs diesen von märchenhaftem Idealismus und Utopien Angespornten – nach dem fabelhaften Text von Bühnen-Alleskönner Henry Mason im Theater in der Kulturfabrik Helfenberg. Am Mittwoch fand die begeistert aufgenommene Premiere statt. Zum minutenlangen Applaus erhob sich das Publikum und feierte das Helfenberg-Team.
(...) In dieser fantastischen Welt ist nur der Irre frei. Doch wehe uns, wenn alle verrückten Visionäre an der Wirklichkeit zugrunde gehen.
Fazit: Starke Komödie, die vor ernsthafter Theaterarbeit strotzt – Bravo!
OÖN, 24.7.2026 - DON QUICHOTE
Mit originellen Ideen bringt das Theater in der Kulturfabrik Helfenberg frischen Wind in den oberösterreichischen Festspielsommer.
Für die Bühnenfassung zeichnen zwei bekannte Theatermacher aus Oberösterreich verantwortlich: Henry Mason und Andreas Baumgartner (Regie) haben ein dynamisches Stück für fünf Schauspieler entwickelt, das beim Publikum großen Anklang findet – fast alle Vorstellungen sind ausverkauft. (...)
„Don Quichote“ zeigt eindrucksvoll, wie viel kreatives Potenzial in der Region steckt und was engagiertes Sommertheater leisten kann.
ooe.ORF.at, 3.8.2025 - DON QUICHOTE
Henry Masons neue Fassung des Klassikers: sehr sehenswert ... äußerst unterhaltsam! Das Ensemble erntete zurecht ungewöhnlich viel Szenenapplaus und durfte sich über Standing-Ovations freuen ... So geht niveauvolles Sommertheater!
Kronen Zeitung, 24.7.2026 - DON QUICHOTE
Die Schöne, die ihre dunkle Seite erobert
Poetisch und vielschichtig bring Henry Mason die Geschichte von der Schönen und dem Biest auf die Bühne. Einen Prinzen und eine Hochzeit gibt es bei ihm nicht.
Wer an "Die Schöne und das Biest" denkt, hat wahrscheinlich den Disney-Film vor Augen: Um ihren Vater zu retten, begibt sich Belle in das Schloss des Biestes, erkennt als Einzige das wahre Wesen des Ungeheuers, das Biest wird dadurch von seinem Fluch befreit und verwandelt sich zurück in einen Prinzen. Das Theater der Jugend zeigt eine andere Fassung des Märchens. "Meine Fassung spielt um 1920, aber geht auf die französische Novelle von Madame de Villeneuve aus dem Jahr 1740 zurück. Ich habe Dutzende weitere Versionen des Märchens gelesen und mir die Dinge herausgezogen, die ich mag", erzählt Henry Mason, der sein Stück auch auf die Bühne bringt. Er mag Märchen, mythologische und fantastische Stoffe. "Ich wollte aber weniger Betonung auf die Ehe und die Romantik. Muss das Biest ein Prinz sein? Braucht man zum Glück ein Schloss? Da lügt man Kindern etwas vor", sagt er.
In seiner Theaterfassung verliert die Familie der Schönen bei einem Brand das Haus. Belle und ihre Schwester, die sehr an materiellen Dingen hängen, sind der Überzeugung, dass Glück mit Besitz verbunden ist. Erst im Lauf des Stücks gelingt es ihr, hinter die Fassade zu schauen, zu sehen, dass auch Unkraut blühen kann, die Schönheit der Seele zu entdecken. "Es geht um die Emanzipation von Belle. Sie muss ihre Wildheit, ihre Wut, ihre dunkle Seite erobern", so Mason. Auch im Märchen von Madame Villeneuve ist Emanzipation ein Aspekt. "Es wurde von Frauen für Frauen geschrieben. Belle wurde in ihrer Familie ausgenutzt, sie musste für alle sorgen. Bis sie lernt, sich auf die Hinterfüße zu stellen, einen Schritt nach außen zu machen."
Die weibliche Perspektive versucht Mason aufzugreifen, er gibt der Geschichte einen Nebenaspekt: Mütter fehlen oft im Märchen, die verschwundene Mutter begleitet Belle im Kopf. Die Kostüme sind an die Zeit um 1920 angelehnt, auch die Musik stammt aus der Epoche: Ragtime und Charleston verkörpern die dekadente Welt der reichen Familie, französische Volksmusik ist zu hören, und Kammermusik von Francis Poulenc steht für das Biest. Gibt es ein Happy End? "Ja, es gibt einen hoffnungsvollen Optimismus. Mehr möchte ich nicht verraten."
Moralapostel will Mason keiner sein. "Märchen funktionieren ähnlich wie ein Spiel, es findet ein Akt der Entwicklung, des Begreifens, des Durchdenkens statt. Moralisierend ist das nur, wenn es eindimensional ist. Ich versuche mehrdeutige, vielschichtige, poetische Geschichten auf die Bühne zu bringen. Und habe ein tolles Team!"
Die Presse am Sonntag, 26.05.2024 - DIE SCHÖNE UND DAS BIEST
„Die Schöne und das Biest“ hat man oft gesehen, von der legendären Verfilmung des Jean Cocteau über einen Zeichentrickfilm, Realverfilmungen, Musicals. Jede Version ist ein bißchen anders, und das originale französische Volksmärchen kennt kaum jemand. Mit einer solchen Vorlage kann man mehr oder minder machen was man will, und das hat Theatermacher Henry Mason für die Aufführung des Theaters der Jugend getan. Seine Fassung des Werks ist entschieden anders als die anderen.
Er holt die Geschichte von Belle und dem „Biest“ in eine vage Gegenwart (...) Da sieht man einen modernen Geschäftsmann, der mit drei halb erwachsenen Töchtern allein ist, weil seine unternehmungslustige Gattin Blumen in aller Welt sucht. Der Papa verliert sein Vermögen und zieht mit den Töchtern von Paris aufs Land, wo er noch ein Bauernhaus besitzt. Die beiden älteren Töchter, Fleur und Florence, sind wahre Zicken und verhalten sich gegen die vernünftige junge Belle wie die bösen Schwestern gegen Aschenbrödel. (...)
Henry Mason hat als sein eigener Regisseur eine wunderhübsche Theateraufführung gezaubert, mit einer gewissermaßen „schwebenden“ Ausstattung (Bühnenbild: Rebekah Wild, Kostüme: Anna Katharina Jaritz), schwungvoll „durchchoreographiert“ und mit viel Musik stimmungsvoll bestückt. Und wenn ein Darsteller als weißes Pferd auf einem hohen Rad daherkommt, ist das Entzücken allgemein. (...)
Sieben Darsteller spielen „alle“ Rollen, nur Belle ist einzig und allein Belle, und Shirina Granmayeh macht das sehr klug und sympathisch. Jeder der anderen Interpreten hat eine zentrale Rolle – Valentin Späth als Biest, der am Ende kein Prinz ist, sondern nur ein junger Mann zum Heiraten, Stefan Rosenthal als sehr lustiges Wunderpferd, Daniel Große Boymann als geplagter Vater. Benita Martins und Violetta Zupančič als böse Schwestern (...) während Maria Fliri neben einer originellen Mutter noch ein paar undurchsichtige Figuren verkörpern muss.
Die „Moral“ von der Geschichte bezieht sich auf das Zusammenleben in Familien und unter Fremden und ebenso auf die Selbständigkeit junger Frauen in ihren Urteilen und Handlungen – was man halt schon den Kleinsten als Verhaltensmaßstäbe mitgibt. Vor allem aber ist es Theaterzauber, der hier herrscht.
Online Merker, 28.05.2024 - DIE SCHÖNE UND DAS BIEST